Lesung mit Arne Dahl am 22. September 2014 

Bericht über die Lesung in Oberhessen Live 23.9.2014

Bericht über die Lesung im Lauterbacher Anzeiger 24.9.2014

Lauterbacher Anzeiger am 20. September 2014:
Gerhard Otterbein interviewt Erich Ruhl. Ein Portrait.
 


Alle Fotos: Gerhard Otterbein, Freier Journalist, Lauterbach

Tweets im Nachgang zur Lesung in Lauterbach: 

 

Gute Resonanz beim Autor und beim Verlag auf die Lesung am 22 September 2014

Der Vulkan lässt lesen. Powered by: Gerlinde Becker
Buchhandlung Lesezeichen Lauterbach, Bahnhofstraße
 

Informationen des PIPER-Verlags:

Arne Dahl hat mit seinen zehn Kriminalromanen um die Stockholmer A-Gruppe – zuletzt die Bestseller „Bußestunde“ und „Neid“ – eine der weltweit erfolgreichsten Serien geschaffen, teilweise für das Fernsehen verfilmt. Allein in Deutschland verkauften sich über eine Million Exemplare seiner Bücher.

Der elfte Band ist ein verspielter Nachtrag zur A-Gruppen-Serie. Die Mitglieder bekommen eine Einladung  in ein verlassenes Herrenhaus, wissen aber nicht, von wem. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg und freuen sich über ihr erstes Wiedersehen nach vielen Jahren. Alle erzählen nacheinander eine Geschichte. Diese Erzählungen sind völlig unterschiedlich und nicht miteinander verbunden. Am Ende offenbart sich die elfte Person, die eingeladen hat … es ist der Autor, der seine Figuren trifft und ebenfalls eine Geschichte erzählt.

 

Arne Dahl wurde im Interview auf der Bühne vorgestellt und las den Einstieg ins Buch auf Schwedisch - sehr zur Freude des Schwedisch-Kurses der VHS. 

Den deutschsprachigen Part übernahm Erich Ruhl: Journalist, Studio- und Produktionssprecher, Pressesprecher des Vogelsbergkreises.

 

© Sara Arnald

Informationen des PIPER Verlags zu Arne Dahl 

wikipedia Informationen zu Arne Dahl    

Zwischen Lust und Lampenfieber

 

Erich Ruhl

liest Arne Dahl

 

Studio- und Produktionssprecher trifft Bestsellerautor

 

Copyright by: Gerhard Otterbein. 20.09.2014 

 

LAUTERBACH. Viele Menschen im Vogelsberg kennen Erich Ruhl als Pressesprecher der Kreisverwaltung und Leiter der Stabsstelle Kommunikation. Vor Menschen, TV-Kameras oder Radiomikrofonen zu treten und frei zu sprechen, das kann er,das setzt sein Beruf voraus. Dass der Profi der Worte nochmal Lampenfieberbekommen würde, das wiederum erstaunt sein näheres Umfeld. Zumal es nicht seine Worte sind, die er einem hoffentlich großen Publikum vorlesen wird. Die Sätzehat ein anderer zusammengefügt, ein bekannter Krimiautor aus Schweden. Der deutsche Piper-Verlag hat den Bestsellerautor Jan Arnald alias Arne Dahl aufLesereise geschickt und eine Station ist Lauterbach. Erich Ruhl wurde vom Veranstalter gefragt, ob er den deutschen Part übernehmen könnte. Der Vorleser tut dies nicht erstmalig in Lauterbach. Ein Bestsellerskript in Anwesenheit der Autorin Martina Rosenberg („Mutter, wann stirbst du endlich?“) brachte ihm viel Beifall ein. „Jetzt Arne Dahl - das ist eine große Ehre für mich!“ Der Autorspielt mit Mankell & Co. in einer Liga. Kein Wunder, dass Erich Ruhl Lampenfieber hat, aber auch ungeheure Lust auf diesen Auftakt von „Der Vulkanlässt lesen“. Immerhin ist die Kulturreihe mit Hochkarätern an Schriftstellern und Schauspielern besetzt.

 

Um die Zusammenhänge ein Stück weiter zu verstehen, muss man sich mit dem ThemaSprache und Erich Ruhl näher beschäftigen. Er sagt heute von seiner Stimme: „Sie ist mein Instrument!“ Deswegen ist die Lesung für ihn wie ein Konzert.Viel Arbeit steckt in der Beherrschung und der Perfektionierung. „Es gibt eineAusbildung, die nennt sich: Studio- und Produktionssprecher, die das „logo–Institut(Moderatorenschule) in Frankfurt am Main anbietet.“ Namhafte Schüler haben dortihr „Handwerk“ verfeinert.

 

Deswegen ist Erich Ruhl über die Beurteilung derInstitutsleiterin Dr. Elisabeth Böhm erfreut: „Angenehme Mikrofonstimme, große Variationsmöglichkeiten, liest ausdrucksstark, entwickelt fesselndeRollenprofile, setzt Stimmungen gut um und reagiert sofort aufProducer-Anweisungen. Besonderheit: Erich Ruhl kann viele Dialekte wie einNativespeaker präsentieren.“

 

Apropos Dialekte, da kehrt Erich Ruhl seinehumorvolle Seite nach außen. Dann imitiert er schon mal so manchen Zeitgenossen. Zum Brüllen komisch wird es, wenn er den großen Heinz Ehrhardt imitiert. Fragt man, wie geht das? „Resonanz erspüren und gleichzeitig Resonanz erzeugen – so geht das.“ Manche Dinge kann man nicht genau erklären.

 

Erich Ruhl weiß, sein Instrument, die Stimme, genau zu spielen. Der Tanz der Wörterbeginnt, wenn geschriebene Emotionen sichtbar werden oder die erzählte Geschichten die eigene Bilder eines jeden Menschen im Kopf verstärken. WillstDu die Wahrheit über das Können eines Studio- und Produktionssprecher herausfinden,dann wähle Kinder in die Jury. Wenn nach wenigen Minuten selbst der„Pausenclown“ verstummt, dann sind die richtigen Töne getroffen und der Tanzder Worte beginnt in ihren Köpfen. Kindern Geschichten und Literatur näherbringen, das möchte er verstärkt, wenn die Zeit der Pension gekommen ist.

 

     Als Hörspiele noch zum Tagesgeschäft derRundfunkanstalten gehörten, da entwickelte sich bei Erich Ruhl die Lust auf Perfektionierung der Sprache und ihre Variationsmöglichkeiten. Aber auch dieseLiteraten inspirierten ihn: Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit. Irvin Yalom: Und Nietzsche weinte. Robert Musil: Drei Frauen. Milan Kundera: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Erik Fosnes Hansen: Choral am Ende derReise. Marlen Haushofer: Die Wand. Diese Werke

steigertendas Gefühl für das Hobby Sprache. Heinrich Böll hat ihn mehr charakterlich beeinflusst. „Wen ich unbedingt nochmal vor Publikum lesen möchte: Alois Prinz:„Die Liebe zur Welt/Biografie Hannah Arendt“. Elke Heidenreich: „Kolonien der Liebe“. Andrea Schomburg: „Es war einmal ein Wunderhuhn.“ Absolut „NEIN“ sagtErich Ruhl zu kriegsverherrlichenden, menschenverachtenden Skripten.

 

     „Roger Willemsen, Volker Lechtenbrink und Hellmuth Karasek haben mich bei „Der Vulkan lässt lesen“ besonders begeistert. Arne Dahl und ich werden die neunte Staffel in Lauterbach eröffnen, nach der Eröffnung in Alsfeld mit Benno Führmann.“ Und schon wird der Pressesprecher der Kreisverwaltung wieder etwas nachdenklich. Am Montag, dem 22. September, wirdes soweit sein in der Sparkassen-Aula. Das Vertrauen von Gerlinde Becker(Buchhandlung „Lesezeichen“) und den anderen Partnern der Kulturreihe ist Erich Ruhl sicher.  

 

Lauterbach hat nur manchmal ein kleines Problem mit dem Prophetaus dem eigenen Land. Für dieses Mal gibt es sogar zwei gute Gründe die Lesungzu besuchen: Arne Dahl und Erich Ruhl.

Kluge Fragen, kluge Antworten

 

Andreas Matlé interviewte Bestsellerautor Arne Dahl 

 

Erich Ruhl agierte einfühlsam und fehlerfrei als Vorleser 

 

Copyright by: Gerhard Otterbein. 23.09.2014 

 

LAUTERBACH. Ein Schwede machte den Auftakt zur neunten Staffel der Kulturreihe „Der Vulkan lässt lesen“ inLauterbach. Die Veranstalter hatten eine Lesung vorbereitet, die den üblichen Rahmen sprengte und in jeder Phase spannend war. Erstmals wurde in zweiSprachen vorgelesen. Ferner nahm mit dem Autor auch Andreas Matlé (Ovag) undErich Ruhl (Studio- und Produktionssprecher) abwechselnd Platz am Lesepult. Dort wartete einerder besten schwedischen Kriminalromaneschreiber. Die Edelfeder Arne Dahl war zu Gast in der Aula der Sparkasse Oberhessen. Andreas Matlé nahm Arne Dahl – der sehr gut deutsch spricht- ins „Kreuzverhör“, stellte kluge Fragen, bekam ebensokluge Antworten, so dass nicht mal nur ein Gedanke an Langeweile aufkam. Eigentlichist der Schwede Literaturwissenschaftler und wurde als Jan Arnald geboren. Unterden Zuschauern waren einige wenige Gäste, die schwedisch verstanden und so dieWorte Arne Dahls aus dem Skript verstanden, die er in seiner Muttersprache undnicht wie angekündigt, in englisch las.  

 

Erich Ruhl stellte die Zuhörer zufrieden. Er las ausgesuchte Passagen vor und gab den Worten die nötige Emotion, um den Text begreifbarer zu machen.

 

So still war es selten bei einer Lesung der Reihe. Im zweiten Teil hatte es Ruhl besonders schwierig, weilviele Charaktere der legendären A-Gruppe sich zu „Wort“ meldeten.  

 

Arne Dahllässt nur im Team ermitteln. Der neue Roman „Der Elfte Gast“ –Dahl schrieb ihnvor 6 Jahren und er ist erst jetzt im Piper Verlag auf deutsch erschienen- istdas Ende des Ermittlungsteams. 10 Bände sind genug, dass Nummer 11 denSchlussakkord für den todkranke Viggo Norlander & Co bedeutet. Die „A-Gruppe“ist tot – es lebe die „Opcop-Gruppe“. Seine Europol-Serie verkauft sich ebensoerfolgreich. Drei Bände sind bereits erschienen. Dahl braucht ein Kollektiv,starke Charaktere, die seine Geschichte tragen. Einzelne Kommissare reichennicht aus. Vielleicht ist dies das Erfolgskonzept, nach dem Matlè fragte. SeineFormel: „Die Geschichte ist das Skelett. Das Schreiben ist das Fleisch, welchesich hinzufüge und darauf forme.“ Recherchen ist für ihn Arbeit - Schreiben hingegenist die Belohnung für alles. „Die Leiche in der Bibliothek ist out. Seit derErmordung von Olof Palme hat sich der Schwedenkrimi stark verändert. Als Begründer der sozialkritischenSchwedenkrimis gelten Maj Sjöwall und Per Wahlöö.“

 

Gesellschaftskritisch blickt Dahl gezielt auf sein Land und die Welt. Klimaangst und Empathimangel - das sei die neue Pest. Ihr ist ein Kapitel gewidmet, welches Erich Ruhl besonders anspornte.  

 

Wie Dahl ist Ruhl Humanist. Und mit dieser Pest kann man dem typischen Westeuropäer Angst einjagen. Jemand, der aus den Slums kommt, wird ihn Klimaangst und Empathiemangel nicht beeindrucken. Wer nichts zu verlieren hat... Auf Empathiemangel,im Sinne von Egoismus, steht das Fundament der westlichen Welt. Und in seinen Krimis macht er darauf aufmerksam. Ähnlich sei der Erfolg der Schwedenkrimis zubeschreiben. Bewusst wird mit Ängsten gespielt. Und sei die Handlung noch so irre, am Ende löst sich alles auf. Im echten Leben gibt es keine Antworten im voraus.

 

„Ich habe mich einem Menschen und seiner Ethik schon lange nicht mehr so nah gefühlt“, sagte Erich Ruhl. „Ich gehe sogar soweit und denke: Wir sind Brüder im Geiste.“ Gleichzeitig gestand er, dass aus anfänglichem Lampenfieber einunbeschreibliche Lust und Sicherheit entstand, die nur ein Ziel kannten, denInhalt der Zeilen den Zuhörern zu vermitteln.

 

Nach der Veranstaltung lobten ihn viele Zuhörer, und das größte Lob kam von Arne Dahl: "Vielen Dank für die großartige Lesung", gab der Schwede dem Lauterbacher mit auf den Weg. 

 

Andreas Matlé schaffte es, auf humorvolle Weise, den Autor für kurze Zeit sprachlos zu machen.Das geschah Aufgrund des Buchzitats aus „Der Elfte Gast“, welches da lautete: „Schade,dass man zum falschen Zeitpunkt sterben muss.“ Daraufhin fragte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeitder Ovag: „Wann ist denn der richtige Zeitpunkt?“ Sichtlich in Erklärungsnot kamder Krimischreiber lächelnd zum Ergebnis: „Es gibt keinen guten Tag zum Sterben“, musste er kleinlaut eingestehen.